
Ich fühle mich gefangen wie in einem Spinnennetz und mein Zappeln, meine Sünde, verstrickt mich immer weiter, mein Stolz verblendet mich und weist die Hand, die mich befreien möchte, zurück, ja stößt sie von sich…
Wie ein Schmetterling, der sich ins Haus verirrt hat, flattere ich aufgeregt, stoße mir den Kopf am Fensterglas, dem vermeintlichen Tor zur Freiheit. Und da ist diese Hand, riesig, bedrohlich, sie hat die Macht und Kraft, mich zu zermalmen – will sie es auch? Das Risiko scheint zu groß, immerhin steht doch mein Leben auf dem Spiel… Tut es das wirklich? Finde ich nicht vielmehr und schneller den Tod durch mein aufgeregtes, planloses Flattern und mein immer wieder gegen die Glasscheibe „Donnern“. Das ist mein sicherer Tod – Schmerz, Erschöpfung, Tod…. Aber da ist noch die Hand. Vorsichtig wedelnd, die Richtung weisend, sanft, vorsichtig greift sie nach meinen Flügeln – ich schrecke zurück, ich habe Angst…
„Furcht gibt es in der Liebe nicht …“ (1 Joh 4,18)
Ich kapituliere, bin erschöpft und harre der Dinge, die da kommen… Vorsichtig, ganz behutsam greift die Hand nach meinen zerbrechlichen Flügeln, ich möchte erneut protestieren und doch spüre ich instinktiv stillzuhalten… Huch, jetzt haben auch meine Beinchen keinen Halt mehr, ich bin ganz und gar der Hand ausgeliefert… Ich schließe die Augen, das Ende ist da…
Doch … was spüre ich plötzlich? Ein warmer Windhauch, der von Sonne und Frühling spricht, streicht über meine Flügel. Noch werden sie zusammengehalten, noch spüren meine Beine keinen Halt und doch keimt neue Hoffnung auf… Könnte es wirklich sein, dass diese Hand es gut mit mir meint? Dass diese Hand mein Retter ist? Vorsichtig öffne ich die Augen und just in diesem Moment erhalte ich neuen Schwung durch eine kleine Bewegung der Hand, die mich sanft in Richtung Himmel schubst…
Ehe ich mich versehe nehmen meine Flügel ihre Bestimmung auf und frei, voll Freude und Glück flattere ich munter der Frühlingssonne entgegen…. Freiheit!
Die Hand hat mir Freiheit geschenkt!
Was aussah wie eine Bedrohung, wie eine Beschneidung, was aussah wie das Ende, war ein Neuanfang, war Rettung…
Ob ich mich beim nächsten Mal daran erinnere und die Hand willkommen heiße? Ob ich den Mut haben werde, still zu sein und mich ganz in die Hand zu geben – traue ich dieser Liebe?
„… die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht.“
Joh 4,18
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